Das Blauerhund® Konzept 3 – Hunde emotional verstehen und trainieren / Agility und Obedience

Das Blauerhund-Konzept 3„Das Blauerhund® Konzept 3 – Hunde emotional verstehen und trainieren / Agility und Obedience“ von Rolf C. Franck und Madeleine Franck
Cadmos Verlag, 2011, ISBN (13) 978-3840420122, ISBN (10) 3840420121, EUR 24,90
128 Seiten, durchgehend farbig, Hardcover
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Dieser 3. Teil baut auf dem Konzept der ersten beiden Bücher auf und handelt speziell von den Sportarten Agility und Obedience, in denen beide Autoren seit Jahren erfolgreich sind.

Als erstes wird auf körperliche Gesundheit und einer geringen Belastung des Hundes Wert gelegt.

Der grundlegendende Unterschied zwischen Hunden im Sport ist der Typ, der von aussen belohnt wird und der Typ, für den die Aufgabe selbstbelohnend ist. Für den einen braucht es Anreiz und für den anderen Ruhe um im idealen, konzentrierten Zustand zu sein.
Das Training muss ganz individuell auf den einzelnen Hund abgestimmt werden.
Es werden auch solche Dinge bedacht, wie entspanntes Zusehen können vom Rande der Trainingsfläche. Da habe ich beim normalen Hundeplatzbetrieb schon hässliche Szenen am Rande des Trainingsplatzes sehen müssen.

Mir gefällt die Überlegung gut, dass der Mensch eine gewisse Ausstrahlung zeigen muss, Ruhe oder Enthusiasmus, je nachdem. Und wenn er es erstmal nur vorspielt „fake it till you make it“.

Kontrolliertes Spielen, insbesondere Zergeln, spielt eine grosse Rolle. Der „Friesenzergel“ war mir neu :-)

Beim Agility bekommst du trainerisches Grundlagenwissen mit, das was die Autoren eben anders machen als viele andere Trainer. Es soll das ideale Erregungsniveau erreicht werden. Eine „Hurra-Einstellung“ hat bei einem fremdmotivierten Hund Vorrang vor der Präzision.
Du bekommst Anleitungen um die einzelnen Geräte zu erarbeiten.

Beim Thema Obedience gefielt mir das Zitat auf S. 81: „Im Obedience geht es um Perfektion beim Ausführen von Übungen, die dem Hund im Traum so nicht einfallen würden.“ Das sagt es eigentlich schon und deutet darauf hin, wieviel durchdachtes Training auf diesem Gebiet gebraucht wird. Sonst kann der Hund leicht „ringwise“ werden, also sich in einer Prüfung ausklinken.
Die Autoren sprechen sich gegen das Shaping im Obediencebereich aus, das Anfangsverhalten wird immer gelockt. Ebenso wird beim Erlernen des Apportierens anders vorgegangen, als die üblichen Shaping-Schritte.

Ich finde die Übungsaufbauten logisch und hilfreich. Manches ist so einfach, dass man auch selbst hätte drauf kommen können. Immer wieder bauen die Übungseinheiten auf das Pendeltraining und das Intervalltraining auf, welches in den ersten beiden Büchern der Blauerhund-Reihe beschrieben wird.

Meine einzige Kritik an dem Buch ist, dass es viel zu kurz ist und damit auch die Blauerhund-Rehe beendet ist. Alle drei Bücher geb ich nicht mehr her ;-)

Inhalt:
Teil 1 – Trainingsbedingungen optimal gestalten
– Das emotionale Lernmodell im Hundesport
Individuellen Bedürfnissen gerecht werden
Stress und der Umgang mit Fehlern
-Trainingsorganisation
Körperliche Belastungen reduzieren
Vor, während und nach dem Training
Gruppentraining oder Einzeltraining?
– Vorbereitende Übungen
Ausweitung der Spiel- und Futterkontrolle
Die Teller-2-Click-Methode
Teil 2 – Agility
– Fundament
Das ideale Erregungsniveau
Richtiges Aufwärmen und Führtechnik ohne Geräte
Bleiben am Start
Üben der Hindernisse
Sprungtechnik
– Aufbau
Signalkontrolle im Agility
Führtechnik
Hundführerfokus versus Hindernisfokus
Sequenzen und Parcours
Abbau von Belohnungen, Targets, Hilfen
Der erste Turnierstart
Teil 3 Obedience
– Fundament
Das Obedience-Problem
Das ideale Erregungsniveau
Grundsätzliches zum Training
Die Grundpositionen
Bleibübungen
– Aufbau
Bei Fuss gehen
Voraussenden zum Viereck
Apportieren
Geruchsunterscheidung
Distanzkontrolle
Positionen aus der Bewegung
Abrufen mit Steh und Platz
Prüfungsfitness
(viele Punkte noch weiter untergliedert)
Aufmachung:
grösser DIN A5, 128 Seiten, Hardcover, Kapitelüberschriften auf jeder Seite, durchgehend farbig, Fotos, die den Text gut unterstützen (Verhältnis Fotos etwa 1/2), ausführliches Inhaltsverzeichnis, Literaturangaben, Register
Autor/in:
Rolf C. Franck hat am Centre of Applied Pet Ethology in England den Diplomstudiengang Animal Behaviour and Training absolviert. Er ist seit knapp 20 Jahren als Trainer tätig. Er arbeitet als professioneller Verhaltensberater für Hunde- und Katzenhalter und betreibt gemeinsam mit seiner Frau Madeleine Franck die “Partnerschule für Mensch und Hund”.
Madeleine Franck ist diplomierte Psychologin und untersuchte während ihres Studiums die Persönlichkeiten von Hunden und ihren Besitzern sowie die Mensch-Hund-Beziehung. Zu ihren empirischen Erkenntnissen kommen zehn Jahre praktische Erfahrungen als Trainerin und Hundesportlerin.

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