Part Wild – One Woman’s Journey with a Creature Caught Between the Worlds of Wolves and Dogs (engl.)

Part Wild„Part Wild – One Woman’s Journey with a Creature Caught Between the Worlds of Wolves and Dogs“ von Ceiridwen Terrill (engl.)
Scribner, 2011, ISBN(13) 978-1617810374, ISBN(10) 1451634811, EUR 18,99
276 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
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Ich glaube der häufigste Gedanke, den ich beim Lesen dieses Buches hatte, war: „Der Hund ist ja schon wieder weg!“
Hier erzählt die Autorin von ihrem Zusammenleben mit einem Wolfshybriden, also einem Mischling zwischen Wolf und Hund. Die Hündin „Inyo“, die sie sich aus einer fixen Idee heraus angeschafft hat.
Der Erzählstil ist toll, sehr ehrlich, persönlich und pragmatisch. Es wird nicht um Verständnis geworben oder auf die Tränendrüse gedrückt, das finde ich sehr wohltuend.
Du bekommst das ganze Dilemma des „Zweiweltenkindes“ (dieses deutsche Wort scheint es im Englischen zu geben) klar geschildert, weit weg von jeglicher Wolfsromantik.

Am Anfang kam mir Inyo wie ein normaler Hund vor, allerdings sehr anstrengend und zerstörerisch. Langsam entwickelt sich dann das Tier, das Freiheit braucht und sie sich nimmt und zunehmend gefährlich wird. Es zeigt sich, dass anscheinend niemand glücklich werden kann, weder Mensch noch Tier.
Ich will nicht zuviel verraten, aber es kam während des Lesens immer mehr das Gefühl hoch, diese Geschichte wird nicht gut ausgehen, wenn nicht die Autorin zu viel Geld kommen sollte, um damit ein riesiges, sicher eingezäuntes Areal ohne Nachbarn zu kaufen.

Du bekommst klar vor Augen geführt, wie sehr sich ein Hund und ein Wolf/Mischling voneinander unterscheiden. Der Text hat viele Ausflüge in die Wissenschaft, Verhalten, Gesetze, Hundetraining, die Situation von freien Wölfen und gefangenen Wölfen/Mischlingen. Du findest viele Fussnoten und eine riesige Literaturliste im Anhang.

Was ich aus dem Buch gelernt habe ist, den Unterschied zwischen Hund und Wolf zu sehen, und wie toll es ist, domestizierte Hunde zu haben.
Dass man nicht jedes Tier nach seinen Wünschen halten kann, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht und sich noch so sehr bemüht.
Und dass ich froh bin, dass die Autorin mit Inyo nicht in unserer Nachbarschaft gewohnt hat ;-)

Ich habe das Buch förmlich verschlungen und kann es nur empfehlen.

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