Der Cavalier King Charles Spaniel

Rasse und Geschichte

Die Geschichte der kleinen „königlichen“ Hunde ist ganz eng verknüpft mit der englischen Geschichte und ihrer Könige und Adligen. In England zur Zeit des 16. Jahrhunderts kamen kleine Spaniels an den Königshöfen in Mode. Auf vielen alten Gemälden findet man diese Toy Spaniels vom heutigen Typ des Cavalier King Charles Spaniel abgebildet.
Sie waren Gefährten, Schosshunde, Spielkameraden für die Kinder, lebende Wärmflaschen auch bei verschiedenen Krankheiten und sollten dazu noch Ungeziefer von den Menschen abhalten. Zeitgenössische Berichterstatter sprachen allerdings auch vom Dreck und Gestank in den Häusern, verursacht durch die Hunde.

Schon Maria Stuart (1542-1587), die Königin von Schottland, soll bei ihrer Hinrichtung einen dieser kleinen Hunde in ihren Gewändern versteckt gehalten haben.

King Charles I (1600-1649) besass ebenfalls diese Hunde. Bei seiner Hinrichtung wurde sein Spaniel „Rogue“ von Oliver Cromwells Männern dem Volk als Trophäe gezeigt. Sein Sohn King Charles II (1630-1685), teilte diese Hundeliebe. Man sagte ihm nach, er würde sich mehr für seine Hunde, als seine Staatsgeschäfte interessieren. Angeblich lebten im 17. Jahrhundert auf jedem Schloss diese kleinen Spaniel, die offensichtlich seinen Namen bekamen: King Charles Spaniel.
King Charles II legte durch einen Erlass fest, dass den King Charles Spaniel in jedem öffentlichen Gebäude einschliesslich des Parlamentgebäudes Einlass gewährt werden muss. Angeblich besteht dieser Erlass bis heute, Leute, die das mit ihren Cavalieren testen wollten, wurden allerdings abgewiesen.
Auch auf seinem Sterbebett hatte er die Gesellschaft von einem Dutzend Spaniel.

Natürlich darf auch die Geschichte von Sarah, der Duchess von Marlborough (1660-1744) nicht fehlen. Die Dukes of Marlborough züchteten in ihrem Blenheim Palace kleine rot-weisse Spaniels. Als sie voller Angst auf ihren Mann wartete, der im Krieg war, drückte sie immer wieder den Daumen auf den Kopf ihrer trächtigen Toy Hündin. Die Welpen trugen alle diesen Spot. Dieser, auch „lozenge“ genannt, gehört heute zu einem begehrten Merkmal der Farbe „blenheim“.

Queen Victorias (1819-1901) Lieblingshund soll „Dash“, ein dreifarbiger Spaniel gewesen sein. Auf Gemälden von Sir Edwin Landseer, einem berühmten Tier- und Naturmaler, kann man ihn heute noch bewundern.

Zur Regierungszeit von William III (1650-1702) und Queen Mary II (1662-1694) kamen kurznasige Rassen wie der Mops in Mode und den Toy Spaniels wurden auch immer kürzere Nasen angezüchtet.

Diese Mode dauerte bis zum Jahr 1926. Der amerikanische Züchter Roswell Eldridge bereiste England auf der Suche nach dem alten Zwergspaniel und durfte in den Ausstellungkatalog der Crufts einen Aufruf setzen, dass er einen Preis von 25 GBP ausschreibt für einen Blenheim Spaniel, der den Hunden auf dem Gemälde „The Cavalier Pets“ von Sir Edwin Landseer (1845) nahe kommt
Der heute bekannteste Gewinner dieses Preisgeldes war „Ann’s Son“, der diesen Preis dreimal hintereinander (1928, 1929 und 1930) gewann. 1928 wurde der Cavalier King Charles Spaniel Club gegründet. Von nun an wurden beide Rassen getrennt, der King Charles Spaniel und der Cavalier King Charles Spaniel. „Ann’s Son“ und nur fünf weitere Hunde waren der kleine Genpool, aus dem sich der moderne Cavalier King Charles Spaniel entwickelte.
Die kurznasigen Vertreter wurden immer wieder aus der Zucht genommen und es wurde mit der Einkreuzung langnasiger Rassen wie den Papillons und Cocker Spaniel experimentiert.
1973 gewann ein Cavalier King Charles Spaniel Best in Show der Crufts und die Rasse wurde bekannter und immer beliebter.

(Quellen: “Cavalier King Charles Spaniel” von Juliette Cunliffe; “Cavalier King Charles Spaniel” von Caroline Coile; “Cavalier King Charles Spaniels”, Sonderausgabe der Zeitschrift “Dog Fancy Magazine”; “Cavalier King Charles Spaniel” von Ken Town; “The Cavalier King Charles Spaniel in Fact and Fancy” von Barbara Garnett-Wilson)