Darf’s einer mehr sein? – Entspanntes Zusammenleben mit zwei oder mehr Hunden

Darf's einer mehr sein?„Darf’s einer mehr sein? – Entspanntes Zusammenleben mit zwei oder mehr Hunden“ von Rolf C. Franck und Madeleine Franck
Cadmos Verlag, 2013, ISBN (13) 978-3840420221, ISBN (10) 3840420229, EUR 19,99
128 Seiten, durchgehend farbig, Paperback
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Zum Glück ist die „Blauer Hund“-Reihe noch nicht zuende, sondern es gibt jetzt ein Buch zu einem ganz aktuellen Thema, (auch bei mir :-)), die Mehrhundehaltung.

Der Grundsatz des Buches ist, eine positive Grundstimmung unter allen Mitgliedern der „Grossfamilie“ zu erreichen.
Der Erregungslevel sollte möglichst niedrig sein und der Mensch muss die Gruppe beaufsichtigen und auch regelnd eingreifen. Das beliebte “es unter sich ausmachen lassen” ist kontraproduktiv und sollte vermieden werden.

Es wird nicht auf der „Rangordnungsebene“ gearbeitet. Verhaltensprobleme sind KEINE Beziehungsprobleme, die Feststellung ist ganz wichtig und richtungsweisend für das Zusammenleben mit den Hunden. Die Dominanztheorie hat vielfach andere Namen bekommen und diese sind nur scheinbar moderne Beziehungsmodelle.
In diesem Buch werden die Menschen als „Eltern“ statt „Rudelführer“ bezeichnet, die Fürsorge, Nähe, Schutz, aber auch Erziehung geben. Eltern haften für ihre Kinder!
Die Einhaltung der Umgangsformen der Hunde untereinander obliegt ebenfalls den Eltern. Ruhiges, freundliches Verhalten soll gefördert und vorgelebt werden. Der Mensch muss aufpassen, dass es nicht immer gröber zugeht unter den Hunden. Es soll mit feinen und nicht mit groben Signalen kommuniziert werden, dazu wird dem Leser auch nahegelegt, die Körpersprache des Hundes zu lernen.
Dieser ganze Ansatz gefällt mir gut!

Ebenso gefällt mir die Ausführung zum Thema Beziehungen. Beziehungen zu vermenschlichen hilft uns, „uns mehr auf das eigenen Einfühlungsvermögen zu verlassen, um das Verhalten des Hundes einzuschätzen“ (Zitat S. 14)
Die Schwelle, den Hund schlecht zu behandeln, wird höher.

Natürlich kommt auch die Praxis nicht zu kurz und es wird ein roter Faden gegeben, welche Übungen wie geübt sinnvoll für eine Gruppe sind. Es wird hier mit einem Clickerwort, einem Schadewort und einem Unterlassungswort gearbeitet.
Dazu wird gezeigt, wie dem ersten Hund des Haushalts eine positive Grundstimmung zu dem oder den neu Hinzukommenden vermittelt werden kann.
Bei den praktischen Tipps kann sich auf jeden Fall auch ein schon erfahrener Mehrhundehalter noch etwas mitnehmen. Mir bleibt dabei besonders im Kopf: Nicht Gerechtigkeit ist wichtig, sondern jedem Hund gerecht werden.

Das Buch ist sehr flüssig und verständlich zu lesen und schön aufgemacht.

Das persönliche Nachwort und Einblick in die eigene „Grossfamilie“ verdeutlicht die Theorie und spiegelt Einiges aus unser Fast-so-gross-Familie wider.

Autor/in:
Madeleine und Rolf C. Franck leben in Wulsbüttel und betreiben gemeinsam die „Partnerschule für Mensch und Hund“. Unter dem Namen „Blauerhund“ veranstalten sie Ausbildungskurse, Seminare und Vorträge für Hundebesitzer. Ihre fünfköpfige Hundefamilie besteht aus zwei Jack Russell Terriern, zwei Border Collies und einem Sheltie, die sich den Platz auf dem Sofa mit einem Main Coon Kater teilen müssen.

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