Anti-Giftköder-Training – Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde

Anti-Giftköder-Training„Anti-Giftköder-Training – Übungsprogramm für Staubsauger-Hunde“ von Sonja Meiburg
Cadmos Verlag, 2016, ISBN(13) 978-3840425189, ISBN(10) 3840425182, EUR 14,95
96 Seiten, durchgehend farbig, Paperback
Bestellung bei Amazon

Autoren-Website

Das Thema „unerwünschtes Aufnehmen von Essbarem“, das auch giftig sein könnte, betrifft zwangsläufig alle Hundehalter. Nun gibt es endlich ein Buch speziell zu diesem Thema.

Zuerst fallen dem Hundehalter wohl Massnahmen ein, wie sie früher angewandt wurden, meistens aus dem Bereich der Strafe. Dass das wenig erfolgreich ist, wird gleich am Anfang des Buches festgestellt.
„Weil es genetisch so fest verankert und so selbstbelohnend ist, braucht man gar nicht versuchen, dieses unerwünschte Verhalten mit aller Macht zu unterdrücken. Es ist nicht zielführend, in Sachen unerwünschter Nahrungsaufnahme gegen den Hund zu agieren, das Verhalten durch Strafen unterdrücken zu wollen und sich damit selbst zum Spielverderber zu machen.“ (Zitat S. 13)

Es wird kurz geschildert, welche Auswirkungen verschiedene Strafen auf das unerwünschte Verhalten haben können. Auch noch ein paar andere oft vorgeschlagene Massnahmen werden unter die Lupe genommen. Bei Aggressionen an Futter wird ganz klar dazu geraten, einen Trainer aufsuchen. Ein Link zu einer Sammlung von Trainern findet sich im Anhang.

Ein paar vorbeugende Massnahmen, wie das Training eines Ausgebens, Training am Fressnapf, Gewöhnung an einen Maulkorb und ein eventuell anderer Fütterungsrythmus werden erklärt. Dies alles ersetzt allerdings kein Training direkt am vergammelten Stück Pizza draussen unter einem Busch.
Deshalb erfolgt dann die Vorüberlegung, was der Hund denn nun genau tun soll, wenn er etwas in seinen Augen Fressbares findet.
Es wird eine Belohnung besprochen, ein Markersignal eingeführt und eine Freigabe trainiert. Mit diesen Werkzeugen ausgestattet, geht es an das Training am Futter.

Es werden drei wichtige Übungen, ein Stoppen, ein Nixda und ein Anzeigeverhalten, gut nachvollziehbar trainiert.
Der Unterschied zwischen einen Nixda und dem Anzeigeverhalten ist, dass beim ersten der Mensch das Fressbare vor dem Hund sieht und beim zweiten, dass der Mensch es nicht sieht.

Die Übungen werden wird nachvollziehbar Schritt für trainiert. Das Training ist dabei komplett freundlich und positiv.
Schön beschrieben wird auch die Generalisierung um das Training und die Spaziergehsituation sich langsam annähern zu lassen.

Ergänzt wird das Buch durch Notfallsignale für die Zeit, in der das Training noch nicht greift.
Hier gefällt mir die grunsätzliche Aussage: „Trainieren für den Notfall, nicht erst im Notfall!“

Auch an Härtefälle, die schon so hibbelig sind und alles Fressbare suchen, wurde gedacht. Hier wird beschrieben, Spaziergänge ruhiger zu gestalten und Entspannungssignal zu trainieren.

Fazit:
Ein Training, das positiv zu vermitteln erstmal vor ein Rätsel stellt, ist hier doch so einfach und logisch beschrieben, mit Anleitungen, mit denen auch ein Anfänger klarkommen müsste.
Dazu ein leicht und flüssig zu lesender Schreibstil, unterstützt mit erklärenden Fotos macht dieses Buch auf jeden Fall zu einer Kaufempfehlung.

Autor/in:
Sonja Meiburg ist seit vielen Jahren Hundetrainerin und war in verschiedenen Vereinen als Ausbilderin tätig. Seit 2006 gibt sie ihr Wissen in ihrer eigenen Hundeschule (www.hundeschule-holledau.de) weiter. Seit 1998 ist sie Clicker-Trainerin. Gelernt hat sie ihr Wissen bei vielen nationalen und internationalen Lehrern, u.a. bei Ute Blaschke-Berthold, Martin Pietralla, Kay Laurence und Mary Ray. Sie setzt den Clicker nicht nur zum Grundgehorsam und für Tricks ein, sondern auch im Hundesport und in der Verhaltenstherapie. Außerdem ist sie bekannt aus der Sendung „Zeit für Tiere“ im bayerischen Rundfunk und als Beraterin hinter der Kamera in der Doku „Das geheime Leben unserer Hunde“ im ZDF.

Autoren-Website