Trennungsangst – Wenn der Hund nicht alleine bleiben kann

Trennungsangst„Trennungsangst – Wenn der Hund nicht alleine bleiben kann“ von Clarissa von Reinhardt
animal-learn Verlag, 2016, ISBN(13) 978-3936188691, ISBN(10) 3936188696, EUR 19,00
136 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig
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Das Buch beginnt mit einer ausführlichen Schilderung der Ursachen und Symptome. Es wird aufgeführt was alles zu Trennungsangst führen kann, wie unterschiedlich sie sich zeigt und wie individuell das Problem bei dem einzelnen Hund aussehen kann.
Dabei wird auch angesprochen, dass nicht jedes Verhalten auf Trennungsangst und/oder Stress zurückzuführen ist.
Die genannten rassespezifischen Veranlagungen zu Trennungsangst waren mir in dieser Form ganz neu.
Grundsätzlich wird festgehalten: Der Hund zeigt das Verhalten aus Angst und braucht dementsprechendes Verständnis.

Ein ausführlicher Analysefragebogen, der für Kunden entworfen, aber auch natürlich selbst beantwortbar ist, soll helfen, dem Problem auf die Spur zu kommen. Er beinhaltet Fragen zum Tagesablauf, zum Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder und dem Hund zueinander, zum bisher gezeigten Verhalten und zum Gesundheitszustand des Hundes.

Erste Maßnahmen gegen Trennungsangst und Folgerungen aus dem Fragebogen werden erklärt.
Management, um die Zeit, die der Hund alleine bleiben muss, zu verringern.
Die Bindung zum Hund soll eventuell gelockert werden, indem er nicht mehr dauernd im Haus folgen soll, bis hin zu ab und zu einen anderen Gassigänger wählen. Eine tierärztliche Untersuchung soll ebenfalls stattfinden.
Von Medikamenten wird, bis auf vom Tierarzt begleitete Einzelfälle, abgeraten.
Dem Hund soll grundsätzlich Stabilität und Sicherheit gegeben werden.
Wenn keine Veränderung möglich ist, gibt es auch letztendlich den Rat, den Hund abzugeben.

Als Trainingsmaßnahmen wird dann im Wesentlichen ein Ritual zum Weggehen eingeführt. Ein Zeichen wird etabliert und in kleinen Schritten das Zimmer/Haus verlassen und die Alleinebleibzeit immer länger hinausgezögert. Das braucht viele Wiederholungen.
Dazu wird noch eine „Selbstverständlich-Taktik“ erklärt. Das bedeutet, dass der Halter zum Beispiel bei einem neuen Hund ohne großes Federlesens mal kurz rausgeht.

Abschließend geht es noch darum, was zusätzlich zum Training zu beachten ist (Dabei kommt einem eventuell hinzuzuziehenden Tierkommunikator tatsächlich auch ein Platz zu.), häufige Fragen, Prävention und die Erklärung, warum keine Strafe einzusetzen ist.

Fazit:
Das Buch ist auch verständlich für Anfänger. Die Ursachen- und Symptombeschreibung gefiel mir richtig gut. Den Trainingsteil an sich dagegen fand ich ein bisschen zu kurz gehalten. Grundsätzlich eine Empfehlung fürs Bücherregal.

Autor/in:
Clarissa von Reinhardt ist professionelle Hundetrainerin, Referentin und Buchautorin, Gründerin der animal-learn Hundeschule.

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