Was es heißt, ein Hund zu sein

Was es heißt, ein Hund zu sein„Was es heißt, ein Hund zu sein“ von Karen Wild
Original: „Beeing a Dog: The world from your dog’s point of view“, 2016
Ulmer Verlag, 2017, ISBN (13) 978-3818600228, ISBN (10) 3818600228, EUR 24,90
192 Seiten, durchgehend farbig, Paperback
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Das Ungewöhnlichste ist, dass in diesem Buch der Hund angesprochen wird, im Sinne von: „Du bist so und so …“. Nach vielen Bücher, in denen der Leser angesprochen wurde, empfand ich das irritierend. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Es ist nicht eins der üblichen, fast schon austauschbaren, Rund-um-den-Hund-Büchern, sondern wirklich gelungen.

Es geht um die Hundewelt, Sehen und Riechen, Geschmack, Tastsinn und Gehör, Reiz und Reaktionen, Welpen, Gefühle, Persönlichkeiten und Pflege, das Verhalten der Hunde untereinander, Beziehung Hunde und Menschen, das Alter und verschiedene Probleme.

Jeder Unterpunkt dieser Themen wird mit zwei Seiten abgedeckt. So ist auch ein stichweises Lesen in übersichtlichen Häppchen möglich. Alles wird so plastisch erklärt, mit Hilfe von Fotos, Tabellen und Grafiken, wie es sonst kaum zu finden ist. Trotz der Kürze ist es einprägsam und verständlich. Das Buch ist auf einem modernen Stand und es werden an vielen Stellen Versuche und Forschungsergebnisse zitiert. Auch von gängigen Vorurteilen wird der Leser schnell befreit.

Hier kommen auch solche Themen wie das Lernverhalten des Hundes, wie äußert sich seine Angst und wie verknüpft der Hund Dinge, zur Sprache. Desensibilisierung wird schön grafisch gezeigt.
Erwähnenswert finde ich zum Bespiel die Darstellungen, wie sich auslösende Reize auswirken und zusammenspielen und wie ältere Hunde und Welpen miteinander spielen.
Die Missverständnisse zwischen Mensch und Hund werden aufgezeigt und tabellarisch aufgeführt.
Es gibt eine Tabelle zum Eintragen für Verhaltensänderungen im Alter und eine Checkliste zur Lebensqualität. Solche Dinge hätte ich in einem solchen, nicht speziellen Buch, gar nicht erwartet.
Nur das Thema „Locken, Free Shapen, Clickern“ finde ich zu durcheinandergewürfelt und kurz, so dass es einem Neuling nicht klar werden wird.

Das Buch endet mit einem reichhaltigen Literaturanhang, allerdings englischsprachige Literatur, sowie auch manche Daten und Fakten sich nur auf England beziehen.
Einige grafische Darstellungen sind mir ohne weitere Erklärung nicht ganz klar geworden.

Fazit:
Das Buch hält absolut, was es im Titel verspricht: Es erklärt das Hundsein für eine Zielgruppe, die interessiert ist, aber sich mit dem Thema noch nicht eingehender befasst hat. Erstaunlich, dass es jeweils so kurz gefasst, so in die Tiefe gehen kann und dabei verständlich bleibt. Das Wissen würde ich mir als Basis für Hundehalter wünschen.

Autor/in:
Karen Wild ist Psychologin und Verhaltensberaterin für Hunde. Sie blickt auf über 20 Jahre Berufserfahrung zurück. Als anerkannte Expertin für Tierverhalten ist sie Mitglied der britischen Gesellschaft für Verhaltensberater für Heimtiere (APBC) sowie außerordentliches Mitglied des britischen Instituts für professionelle Hundetrainer (ABIPDT).