HOME

  Literatur


 
Herkunft des Clickertrainings

Diese Art des Trainings hat seine Herkunft in Amerika. Das erste Buch, welches erst Anfang 1999 in deutscher Sprache erschien, gab es dort schon 10 Jahre eher, es wurde also langsam Zeit, dass es sich bis nach Deutschland herumspricht.Clicker

Die Autorin, Karen Pryor, wurde Anfang der 60er Jahre als Delphintrainerin engagiert. Es sollte eine neue Show aufgebaut werden, und alles was die Delphine bisher gelernt hatten war, die Trainer dazu zu bringen, ihnen Fisch für nichts zu geben. Ziemlich schlau, aber nicht unbedingt zum Vorzeigen vor Publikum geeignet.

Bei Delphinen sind eine Strafe oder andere Zwangsmassnahmen zur Ausbildung überhaupt nicht geeignet, sie schwimmen im Zweifelsfalle einfach weg.

Aber das Rad brauchte nicht neu erfunden zu werden, die Theorie dazu gab es schon längst in der Psychologie. Besonders wird in diesem Zusammenhang der Name Skinner mit der Theorie des Behaviorismus genannt. Auch er ist damals aus dem Lager der sogenannten Humanisten wie ein religiöser Ketzer behandelt worden. Ähnlicher Eifer schlägt heute manchmal den Clickertrainern entgegen.

Karen Pryor begann, die Theorie in die Praxis umzusetzen, Regeln aufzustellen und diese aufzuschreiben.

Es ist keine Methode speziell für Hunde, sondern für alle Lebewesen. Es gibt die sogenannten Clickerreiter, es werden Katzen, Papageien, Lamas und Iguanas und noch viele Tiere mehr trainiert. Gerade auch bei Zootieren kann diese Art des Trainings eine grosse Hilfe bei Pflege- und medizinischen Massnahmen sein.
In einem von Karen Pryors Videos sieht man ihren dicken Fisch, der mit Lichtzeichen bestärkt und mit Schnecken belohnt wird.
Und auch bei Menschen kann das Clickertraining sehr erfolgreich eingesetzt werden, zum Beispiel beim Tagteach, wo man Gymnastikübungen auf diese Weise trainiert.

In diesem Zusammenhang werde ich zur Erklärung häufig menschliche Beispiele anführen. Ich bemühe mich, den Hund nicht zu vermenschlichen, aber wir sprechen hier über die Gesetze des Lernens, die für jedes Lebewesen Gültigkeit haben, also auch für die gefährlichsten Säugetiere, die je die Erde bevölkert haben, uns Menschen.


Bestärkung

Der wichtigste Satz in diesem Zusammenhang:

- Verhalten wird von seinen Konsequenzen gesteuert!

Das heisst, die Konsequenz auf ein Verhalten hat Einfluss darauf, ob ein Verhalten in Zukunft wiederholt wird oder eher nicht.

Betrachten wir einmal, wie vor noch nicht allzu langer Zeit unsere Hund erzogen wurden! Die übliche Form war eine Mischung aus Lob und aus Strafe.

Wobei gesagt werden muss, dass die Strafe eine der meist strapazierten Methoden in der Hundeausbildung war.
Die meisten von uns, die vor der Jahrtausendwende einen Hund ausgebildet haben, kennen den Widerspruch zwischen dem Zwang, ohne den man nicht auszukommen glaubt, und dem wirklich frei und freudig arbeitenden Hund. Wir latschen die Übungen ab, aber irgendwie bleibt ein unbefriedigendes Gefühl zurück.
Strafen während des Trainings stellen den Hund unter Dauerstress, nicht gerade eine günstige Voraussetzung für eine gute Aufnahmefähigkeit. Im gar nicht so seltenen Fall lernt der Hund, lieber gar nichts zu tun, bevor er wieder etwas falsch macht. Erlernte Passivität ist die Folge, solche Hunde habe ich schon oft beobachten können.
Strafe hat zudem den Nachteil, dass sie erhöht werden muss, um wirksam zu bleiben. Sie wird ausserdem verbunden mit anderen äusseren Dingen (z. B. Umgebung, Baum, anderer Hund), die sich gerade im Sichtfeld befinden. Schlimm ist, wenn die Strafe direkt mit dem Besitzer verbunden wird und zu einem Vertrauensverlust führt, oder zu einem Ausbruch von aufgestauter Aggression ihm gegenüber.
Völlig unnütze Strafen, das heisst, zu alledem noch mit schlechtem Timing, sind schlicht gesagt Tierquälerei.

Wann ist ein Hund daran gehindert, zu lernen?
Ein Hund kann nicht lernen wenn er krank ist, wenn er Angst hat oder wenn er aggressiv ist. In diesen Augenblicken ist er nicht aufnahmefähig.

Ein Lernen ist nur im entspannten Feld möglich.

- In dieser Form des Trainings stellt das Gegenteil von Belohnung nicht die Strafe dar, sondern das Ausbleiben der Belohnung.

Belohnung an sich verstärkt die Häufigkeit, die Intensität und die Dauer eines Verhaltens. Allerdings nur mit dem perfekten Timing, also exakt zum richtigen Zeitpunkt. Dann erst wird es zu einer Bestärkung.
Bestärkung bedeutet, dass das Verhalten, welches in diesem Augenblick gezeigt wird, durch eine angenehme Konsequenz in Zukunft wieder auftreten wird.

Auf Hundeplätzen hatte ich oft beobachtet, dass beim Verlassen des Platzes dem Hund ein Mega-Leckerchen zugesteckt bekommt und dabei gemeint ist "gute Arbeit heute". Das wäre eine Belohnung in unserem Sinne, aber für den Hund schon ohne Bezug zu den vorherigen Übungen. Natürlich nimmt er es gern, aber eine Veranlassung, dass das nächste Mal die Übungen genauso gut oder besser sind, ist es nicht. Wenn man es ganz eng sieht, ist das Timing sogar eine Katastrophe, nämlich das Verlassen des Platzes wird als etwas Angenehmes gestaltet, genau dieses wird bestärkt.


Konditionierter Bestärker - Der Clicker

Ein Bestärker ist immer das, was den Hund am meisten ablenkt. Das kann ein Lecker sein, die Möglichkeit zum Spiel, die Möglichkeit zum Schnuppern. Am einfachsten zu handhaben während des Trainings ist das Lecker.

Jetzt wirst Du Visionen von fetten Hunden haben, aber das scheint nur so. Erstmal solltest Du die täglichen Leckereien ausser der Reihe sowieso zur normalen Ration addieren. Zum zweiten ist eine Bestärkung in Form etwas Fressbaren sehr klein. Es geht hier um das Schlucken, nicht um das Fressen. Die Qualität des Futters soll sehr gut sein. Was das genau ist, hängt von Deinem Hund ab. Bei uns können das auch mal gerne Möhrenstückchen sein.
Für einen Cairn oder Cavalier eignen sich fingernagelgrosse Stücke, etwa ein 1/4 eines Wurstscheibchens. Ich schneide immer Schmackos mit der Schere, daraus bekomme ich etwa 50 Bestärker. Schmackos mögen sie sehr gerne und bekommen sie äusserst selten. Sie sind also ziemlich gierig darauf, eine gute Voraussetzung für einen begehrten Bestärker.
Nur um eine Vorstellung von der Grösse zu geben, in einem Tierpark haben die Pfleger mit Bären gearbeitet und dafür Rosinen als Bestärker genommen.

Was passiert, wenn wir mit einem solchen Bestärker arbeiten?
Der Hund ist meist völlig abgelenkt, konzentriert sich nicht auf die Arbeit und ist immer neben dem Hundeführer. Ein Ablegen oder ein Voraus damit zu trainieren ist unmöglich. Eine verbreitete Methode auf Hundeplätzen ist es, das Fussgehen damit zu trainieren, dass man dem Hund die ganze Zeit ein Lecker vor die Nase hält und ihn damit weiterzieht, wie mit einem Magnet. Wenn der Hund das Lecker nicht mehr sieht, arbeitet er auch nicht mehr. Im Clickertraining sieht er das Lecker nicht. Ausserdem kommt hinzu, dass bei einem Hund in der Grösse eines Cairn Terriers das ständige Bücken schon mal Auslöser eines schmerzhaften Hexenschusses beim Hundeführer sein kann.

Also kommen wir jetzt endlich zu dem, worüber Du gerne etwas hören willst, dem konditionierten Bestärker, hier: dem Clicker.

Ein konditionierter Bestärker ist etwas, was ohne vorgeschaltetem Lernprozess keine Bedeutung hat. Also in unserem Fall ein neutrales Geräusch, welches durch einen Konditionierungsprozess untrennbar mit einem primären Bestärker verknüpft wird. Sprich Click bedeutet: Futter kommt.

Es ist nicht notwendig, das Futter bei sich zu führen, geschweige denn in der Hand zu halten.

Die Zeitverzögerung wirkt wie die Ankündigung eines Gewinnes auf uns. Es wird eine Brücke zu dem "richtigen" Bestärker geschlagen.

Jetzt wirst Du sagen: Das kann ich auch mit meiner Stimme.
Grundsätzlich ja, aber die Stimme wird nie eine solche Wirkung haben, das kann man nicht theoretisch diskutieren, das muss man einfach sehen. Da wir im Prinzip viel zu viel mit unserem Hund reden, ist die Stimme ohne grossen Informationsgehalt für ihn. Der Fachbegriff dafür ist Geräusch.
Das exakte, kurze Markieren des Verhaltens in genau dem richtigen Augenblick, sprich: perfektes Timing, ist mit der Stimme nicht in diesem Masse möglich.

Für den Clicker an sich spricht, dass sich das Signal eindeutig von der Umgebung abhebt, sehr kurz ist und sich als Ausbildungshilfsmittel auf einen Helfer übertragen lässt.

Mit einem solchen konditionierten Bestärker wird es auch möglich, auf Entfernung zu arbeiten. Der exakte Sprung über ein Hindernis kann bestärkt werden, die Distanzkontrolle, das Voraus. Ebenso das Lichtausschalten, Tür schliessen, Schublade öffnen. Lebenswichtige alltägliche Dinge für Körperbehinderte, die ein mächtiges Hilfsmittel an die Hand bekommen, ihren Hund selbst auszubilden.

Auch in unserem täglichen Leben sind konditionierte Bestärker vorhanden. Wir reagieren erfreut auf das Klappern am Briefkasten, die Neugier ist gross, obwohl meist nur Werbung dort steckt, manchmal findet sich ja doch etwas Interessantes.
Der Geruch von Plätzchen erinnert uns an Weihnachten, das Quietschen von Autoreifen lässt uns zusammenzucken.
Geld ist nicht nur ein Metallstück oder ein Stück Papier, welches mit unzähligen Bazillen anderer Leute verseucht ist, sondern ein Symbol für Wohnung, Auto, Urlaub, Essen, Klamotten usw.


Konkretes Verhalten

Jetzt haben wir lange genug die Theorie besprochen, ohne die es leider nicht geht, nun kommen wir endlich zu einem konkreten Verhalten. Wir werden bei der Konditionierung anfangen und bei der sicheren Signalverknüpfung in allen Lebenslagen enden.

Um die ersten Schritte in dieser Art des Lernens zu gehen, nehmen wir ein Verhalten, welches im täglichen Leben nicht wichtig ist, damit wir uns und den Hund nicht schon wieder unter Leistungsdruck setzen.
Aus diesem Grunde führen Clickergegner oft an, dass man nur irgendwelche Spielereien mit dem Clicker machen kann, aber nichts Ernsthaftes.
Das ist ein Irrtum. Man kann mit dem Hund alles erarbeiten, wozu er körperlich in der Lage ist, ohne ihn auch nur anzufassen.
Wir werden als erstes den Hund lehren, einen Stock mit der Nase zu berühren. Dieser sogenannte Target-Stick ist ein nützliches Hilfsmittel, den Hund in verschiedene Richtungen zu dirigieren, z. B. beim Fussgehen, zur Überwindung von Hindernissen, Kopfhochhalten beim Ringtraining und beim Voraus.

- 1. Konditionierung
Wir nehmen dazu kleine Würfelchen wirklich leckeren Futters. Kein langweiliges Trockenfutter, sondern Wurst, Käse, Hühnerbrustfilet, oder ähnliches. Die Konditionierung wird nur einmal durchgeführt (nicht bei jeder Übung wieder) und soll dem Hund für immer eine ganz besonders tolles Gefühl vermitteln.
Es folgt nichts weiter als Click, Lecker, einen Moment warten, Click, Lecker usw.
Wir achten darauf, nicht zu nah an den Hundeohren zu clicken, Anfänger benutzen den Clicker gern wie eine Art Fernbedienung.
Das Futter sollte nicht sichtbar sein und die Konditionierung sollte nicht auf den Griff in die Futtertüte erfolgen.
Wir geben das Futter mal aus der rechten, mal aus der linken Hand, ein anderes Mal werfen wir es auf den Boden.
Wenn nach ein paar Clicks, verbunden mit Lecker, der Hundekopf aufmerksam zu uns herumgeht, ist die Verknüpfungsphase abgeschlossen.
Jetzt haben wir mit dem Clicker ein mächtiges Hilfsmittel in der Hand und sollten ihn nur noch bestimmungsgemäss gebrauchen, nicht zum aufmerksam machen und nicht zum Heranrufen.

- 2. Hervorlocken des Verhaltens
Hier scheiden sich die Geister. Die eine Fraktion sagt, den Beginn eines Verhaltens können wir hervorlocken, die anderen machen überhaupt nichts und warten einfach nur ab, welches Verhalten der Hund von sich aus anbietet. Ich tendiere eher zum Locken. Nur der Beginn wird hervorgelockt, damit der Hund die Richtung erkennt. Der Hund wird nicht gedrängt, geschoben, gezogen, wie auch immer, am besten ohne Leine arbeiten und ihn nicht anfassen.

Wir nehmen also den Stab und halten ihn vor den Hund. Ein Blick darauf wird geclickt. Wir erarbeiten langsam eine Qualitätssteigerung, eine Annäherung an das erwünschte Verhalten. Ein näheres Herankommen wird geclickt, ein Berühren mit der Nase wird geclickt.
Wir halten den Stab mal hoch, mal tief, mal rechts, mal links, mal muss der Hund ein paar Schritte machen.
Der Hund soll merken, dass er mit seiner Handlung den Click hervorlockt. Er manipuliert sozusagen uns.
Wir bauen immer steigende Ablenkungen ein.
Wenn der Hund das erste Mal den Stab berührt, ist es Zeit für den

- 3. Jackpot

Damit ist ungefähr die 10fache Menge der normalen Bestärkung gemeint. Oder, es muss ja kein Futter sein. Wenn die grösste Belohnung ein wildes Spiel ist, dann setzen wir dies als Jackpot ein. Ein Jackpot wird bei einen Durchbruch, einen grossen Fortschritt in Richtung des erwünschten Verhaltens eingesetzt.
Das Beenden der Übungseinheit sollte immer mit einer guten Leistung und einem Jackpot verbunden sein.
Allerdings ist jetzt die Lehrmeinung in der Tendenz, dass der Jackpot keine besonders fördernde Wirkung auf das Verhalten des Hundes hat. Allerdings schadet er auch nicht, zumindest gibt er dem zugehörigen Menschen ein positives Gefühl ;-).
Langsam sollten wir jetzt übergehen zur

- 4. Variablen Bestärkung

Eine dauerhafte Bestärkung, also zu jedem Treffer ein Click, findet nur in der Anfangsphase statt, dann gehen wir zur variablen Bestärkung über. Das heisst für jeden 2. Treffer ein Click, für jeden 3. Treffer, aber die Abstände sollten unregelmässig gehalten werden.
Nicht mehr jedes Mal wird geclickt, sondern immer seltener. Nur so oft, dass der Hund das Interesse nicht verliert. Dieses Wechseln auf die variable Bestärkung ist unbedingt nötig, um das Verhalten beizubehalten. Wir selektieren dabei die besonders gelungenen Ausführungen.
Das Verhalten wird nachdrücklicher.
Je seltener und unvorhersehbarer die Bestärkungen sind, desto nachhaltiger ist die Wirkung und umso länger wird das Verhalten beibehalten (z. B. Betteln bei Tisch).
Der Hund soll das Interesse am Hundeführer behalten, die Immerbestärkung wird langweilig. Das wäre so, wenn ein Kind für eine paar Schritte alleine radfahren ganz doll gelobt wird und wenn es kurz vor dem Abitur mit dem Rad zur Schule fährt, die Eltern immer noch in Begeisterung ausbrechen, weil der nun Herangewachsene die ganze Strasse alleine hinunterfährt.

Wir mutieren vom Cola-Automaten zum einarmigen Banditen. Mit Sicherheit wäre das Spielen am Automaten zwar irgendwie gewinnbringend aber äusserst uninteressant, wenn für jeden hineingeworfenen Groschen zwei herauskämen. Interessant wird es erst wenn irgendwann einmal ein fetter Jackpot fällt, egal, ob man draufzahlt oder nicht. Leider ist gerade dieses Verhalten verhängnisvoll für Spielsüchtige.

Wir üben an verschiedenen Orten, die statische Verknüpfungen zum Lernort muss aufgehoben werden.

Auch hier geht die Lehrmeinung auseinander. Von der unbedingten Einführung einer variablen Bestärkung bis hin zu der Theorie, niemals von der Immerbestärkung abzugehen, wenn es nicht zwingend notwendig ist. Wenn Du auf eine Prüfung hinarbeitest, musst Du natürlich erreichen, dass der Hund lange arbeitet, ohne eine Zwischenbelohnung zu bekommen.

- 5. Einführung des auslösenden Signals

Haben wir bisher gesprochen?
Nein, haben wir nicht, die vielleicht ungewohnteste Eigenart dieses Trainings für traditionelle Trainer.
Wir bringen zuerst das Verhalten auf eine hohe Qualität und dieses verknüpfen wir mit verknüpfen wir mit einem Signal.
Erst wenn wir wetten würden, dass der Hund im nächsten Augenblick das Verhalten zeigen wird, führen wir das Signal dafür ein.
Danach wird nur noch bestärkt, nachdem das Signal gegeben wurde.
Auch hier üben wir unter steigernden Ablenkung in verschiedenem Gelände.

- 6. Mischen mit anderen Signalen, Generalisieren

Als Letztes mischen wird das Signal mit anderen, schon bekannten Signalen und trainieren an verschiedenen Orten unter verschiedenen Ablenkungen. Dieses sogenannte Generalisieren löscht falsche Verknüpfungen.
Das Verhalten steht unter Signalkontrolle:
- wenn der Hund auf das Signal hin das Verhalten zeigt
- wenn der Hund nur auf das Signal hin das Verhalten zeigt, nicht, wenn das Signal nicht gegeben wurde
- wenn der Hund kein anderes Verhalten auf dieses Signal hin zeigt
- wenn der Hund auf ein anderes Signal nicht dieses Verhalten zeigt
  

- Was Dein Hund nicht kann, das kann er auch nicht auf Befehl!

Grundsätzliches:
Der Click beendet das Verhalten, das heisst z. B. dass der Hund aus dem "Platz" aufstehen darf.
Jedes Click wird von einem Lecker gefolgt.
Die Trainingsphasen sollten sehr kurz sein, es empfielt sich, einen Timer zu stellen oder die Anzahl der Clickes zu zählen.
Die Anforderungen sind nur soweit zu steigern, dass der Hund auch noch eine realistische Chance hat, diese zu erreichen. Wenn in 80% der Versuche auf einer Stufe das Verhalten ausgeführt wird, darf die Anforderung gesteigert werden.
Immer nur ein Verhaltensdetail üben (z. B. gerades oder nahes Vorsitzen).
Das Trainieren verschiedener Verhaltensweisen zur gleichen Zeit ist möglich, aber es sollte eine zeitliche Trennung dazwischenliegen. Oder besser noch, wenn das Verhalten noch nicht unter Signalkontrolle steht, an unterschiedlichen Orten stattfinden.
Manipuliere an dem Hund möglichst nicht herum.
Quatsch ihn auch nicht voll.
Zeigt der Hund ein anderes Verhalten, als das derzeit erwünschte, reicht ein Ignorieren. Oder es kann auch ein Non-Reward-Marker, ein Signal für die falsche Wahl, eingeführt werden.
Für absolut unbotmässiges Verhalten geben wir eine Auszeit.

Verschwinden des Verhaltens:
- durch den Wegfall der Bestärkung
- das Fehlverhalten auf Signal konditionieren und das Signal niemals mehr geben (meist nur unter Laborbedingungen durchführbar)
- Aufbau einer konditionierten Warnung


Fazit

Du wirst merken, mit welchem Spass der Hund bei der Sache ist.
Das mit den Clicker gelernte Verhalten bleibt dauerhaft, der Hund hat selbst entschieden zu handeln, er ist nicht einfach in verschiedene Körperhaltungen genötigt worden, sondern es ging ein Denkprozess voraus.

Das Clickern in der Gruppe ist durchaus möglich. Jeder allerdings nur mit einem Hund. Bei sehr erfahrenen Hunden und geübten Menschen ist es auch möglich mehrere Hunde zu clickern.

Zur Not, z. B. Verbot auf dem Hundeplatz, kannst Du auch mit einem Wort auf die gleiche Art arbeiten, die Wirkung allerdings geringer. Mit diesen Wort musst Du genauso umgehen, wie mit dem Clicker, nicht so wie mit dem geläufigen Leinenruck und "Fein".
Denk an die Grundregel: Keine Strafen während des Clickertrainings!

Bei einigen Hunden ist es nötig, sie erst einmal zu unterstützen, die erlernte Hilflosigkeit abzulegen. Diese sogenannten Crossover-Hunde müssen erst lernen, auf diese Art zu lernen und sich trauen, selbst Verhalten anzubieten, dazu gibt es ganz bestimmte Übungen.

Es wäre an der Zeit unser bisheriges Training einmal gründlich zu überdenken. Trainingsmangel nicht gleich mit Bockigkeit gleichsetzen, aufhören Dominanzprobleme herbeizureden, wo keine sind. Wir sollten die Meinung, dass der Hund nur für den Hundeführer arbeitet genauso ablegen, wie die, dass der Hund uns mit seinem vermeintlichen Ungehorsam nur "ärgern" will.

Ein erfahrener Clickerhund kann sehr schnell Nützliches lernen, wie hier das Ausziehen eines Socken.

Hier sollte bei Dreharbeiten für RTL Luzie "mal eben" die Klappe des CD-Players schliessen. Ein Clicker, ein wenig Wurst und 5 Minuten Geduld - voila ...


   nach oben

                                                                         
Impressum