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  Bunter Hund


Hundeschule FAQ's

Muss ich überhaupt eine Hundeschule besuchen?

Natürlich musst Du das nicht. Es ist eine der Hilfen, die Du bekommen kannst, mit Deinem Hund besser klarzukommen.

Du kannst Deinen Hund auch alleine erziehen, mit ihm zu einem Hundeplatz gehen, ein gutes Buch zur Hilfe nehmen oder zusammen mit anderen Hundebesitzern trainieren.
Wenn Du selbst klarkommst, umso besser. Hilfe zu suchen ist andererseits keine Schande. Immerhin ist der Hund kein kleiner Mensch mit den Verhaltensweisen, die wir als Menschen kennen, sondern eine andere Spezies mit anderen Verhaltensweisen. Wenn Du einen Hund zu Dir nimmst, solltest Du Dir auch die Mühe machen, mit ihm hundegerecht zu kommunizieren.

Nur eines funktioniert nicht: Die Sache aussitzen. Abwarten, bis der Hund von selbst merkt, was er machen soll. Ein unerzogener (damit meine ich keine Hundeplatzprüfungen) Hund kann einfach nur nerven, sich selbst in Gefahr bringen oder, im schlimmsten Fall, zu einer Gefahr für seine Umwelt (und auch für Dich) werden.

Gehorsam in 10 Tagen, ist das möglich?

Das ist natürlich das, was viele Interessenten hören wollen. Kein grosser Aufwand, Du hast mit dem nervenden Mitbewohner sowieso schon zuviel Zeit verbracht. Geduld hast Du nicht mehr und Zeit eigentlich sowieso nie.

Man bekommt einen kurzzeitig vorzuweisenden, erstaunlichen Gehorsam in dieser Zeit tatsächlich hin. Nur wie?

In dem der Hund gehörig unter Druck gesetzt wird und ebenso auch der Hundeführer von seiten der Hundeschule. Stress hoch drei. Wenn dann der Trainer nicht mehr anwesend ist, wird sich der Hund nach einiger Zeit so benehmen wie immer, er bekommt nämlich ganz schnell mit, wer in der Trainingsstunde das Sagen hat und ist meist auch beeindruckt von dem dominanten, selbstbewussten Auftreten des Trainers (ebenso wie sein Mensch). So lässt auch mit zusätzlicher Hilfe des Gruppendrucks der Hundeführer zu Massnahmen und Hilfsmittels bringen, die er bei sorgfältiger Überlegung nicht einsetzen würde. Der Grundsatz ist die Chefposition des Hundeführers, ein Nichtbefolgen eines Kommandos ist nicht etwa auf mangelndes Training zurückzuführen, sondern immer auf den Eigensinn des Hundes und der Unfähigkeit des Hundeführer, sich durchzusetzen.

Gerechnet wird bei dieser Art der Ausbildung durchaus von Trainerseite damit, dass der Hund sich widersetzt, knurrt oder offen in den Angriff geht. Diesem Verhalten wird dann natürlich mit noch mehr Druck begegnet, die Gewaltschraube dreht sich hoch.

Sind dort mehrere Hunde in meiner Gruppe?

Das ist unterschiedlich. Normalerweise gibt es zwei verschiedene Arten des Unterrichts zu buchen, Einzelunterricht und Gruppenunterricht. Erkundige Dich auf jeden Fall, wie gross die Gruppe ist. Man kann eine vernünftige Gruppengrösse nicht genau an einer Zahl festmachen, manche Trainer behalten 6 Hunde und ihre Menschen auf einmal sehr gut im Blick, andere sind schon mit 3 Anfängerhunden völlig überfordert.

Nehmen die Schulen jede Rasse?

Der Trainer sollte die Rasseunterschiede kennen und individuelle Anpassungen des Trainingsprogramms auf die einzelnen Hunderassen zulassen.
Wenn Du Dich nicht erwünscht fühlst, dann geh einfach woanders hin. Dort können Dir dann auch keine speziellen Hilfestellungen für Dich und Deinen Hund gegeben werden.

Ist mein Hund eventuell schon zu alt?

Dein Hund sollte körperlich noch gesund sein, dann steht einer Ausbildung nichts im Wege. Überleg mal, wie schnell sich Dein Hund eine Angewohnheit aneignet, die Dir überhaupt nicht passt. Dann kann er doch genauso gut noch etwas lernen, was Du gerne möchtest.

Wenn es darum geht, grundlegendes Verhalten zu ändern, wird es wahrscheinlich umso schwieriger, je eingefahrener das Verhalten in seinem Repertoire ist. Es sollte vorher ein Gespräch über die realistischen Chancen eines grundlegenden Verhaltenstrainings stattfinden.

Wird dort jedes Problem behandelt?

Für eine Problemhundeberatung und -therapie sollte sich der Trainer vorher den Hund ansehen und Dich ausführlich beraten. Falls Du den Eindruck hast, er weiss nicht so recht, wie an das Problem heranzugehen ist, wende Dich lieber an eine andere Schule. Sei nicht empört, wenn der Trainer sich das Problem nicht zutraut und den Hund ablehnt. Lieber so, als wenn nur aus finanziellen Erwägungen und ohne spezielle Kenntnis jedes noch so exotische Problem von der Schule angenommen wird und Dein Hund verstörter aus der "Behandlung" kommt, als er hineingegangen ist.
Speziell für Problemhunde sollten zumindest am Anfang Einzelstunden angeboten werden.

Sei so fair und schildere die Probleme des Hundes ehrlich, wenn sie nicht gleich zu erkennen sind. Nur so lassen sich gefährliche Situationen vermeiden und Dir und Deinem Hund kann optimal geholfen weren.

Üben wir auf einem Platz?

Die ersten Übungen sollten am besten in ruhiger Umgebung stattfinden, da bietet sich ein Platz an. Auch ist ein sicher umzäunter Platz oft die einzige Gelegenheit, einen nicht hörenden Hund mal laufen zu lassen. Aber damit ist es natürlich nicht getan. Da die Probleme normalerweise im Alltag auftreten, muss natürlich besonders intensiv in alltäglichen Situationen trainiert werden.

Es kostet den Trainer zugegebenermassen erheblich mehr Nerven mit einer Hundegruppe in die Öffentlichkeit zu ziehen, begleitet von schlauen Kommentaren der übrigen Mitmenschen und eventuell belästigt von freilaufenden Hunden, aber Du musst ja auch damit zurechtkommen lernen.

Nach welchen Methoden wird gearbeitet?

Das ist eigentlich das Erste, was sich lohnt, herauszufinden. Ich schaue immer auf den Internetseiten nach, welche Kurse und Seminare die Trainer besuchen, zu wem sie verlinken und welche Literatur sie empfehlen. Das sagt meist schon etwas darüber aus, in welche Richtung sie tendierten.

Der Trainer sollte über die neuen Erkenntnisse in der Verhaltensforschung und moderne Trainingsmethoden Bescheid wissen und sich mit Schulungen auf dem Laufenden halten. Das kannst Du allerldings nur schwer nachprüfen.

Es gibt leider immer noch viele Schulen, die das so machen, "wie sie es immer schon gemacht haben".
Darüber hinaus schiessen viele Schulen wie Pilze aus dem Boden, weil die Leiter einfach "schon immer was mit Tieren machen wollten" und sowieso auf ihren eigentlichen Beruf keinen Bock mehr haben. Der eigene Hund hört nach eigenen Massstäben gut und also kann man auch mit allen anderen Hunden und ihren Menschen (ein nicht zu unterschätzender Faktor, ich höre gerade alle Hundetrainer, die das lesen, gequält aufseufzen) klarkommen.

Es sollte viel Wert auf die Vermittlung von theoretischen Kenntnissen gelegt werden. Es nützt Dir herzlich wenig, wenn Du einfach nur Anweisungen befolgen sollst, ohne zu verstehen, warum etwas wie gemacht wird, wie der Hund das sieht, wie ein Hund überhaupt lernt. Wenn Deine Fragen nur mit Phrasen abgetan oder überhaupt nicht beanwortet werden, ziehen Du und Dein Hund keinen Nutzen für ein vernünftiges späteres Zusammenleben daraus.

Es wird auch Clickern angeboten, dann ist die Schule doch wohl modern und gewaltfrei?

Sollte man annehmen. Aber, das "Aber" muss auch hier kommen, es springen natürlich viele Schulen geschäftstüchtig auf den Zug auf. Da werden dann unter dem neuen Zauberwort Kunden geworben, egal ob man das grundlegende Prinzip der positiven Bestärkung verstanden hat und dahinter steht. Es nutzt nichts, wenn innerhalb einer Übungsstunde positive Bestärkung und die traditionelle Korrektur vermischt werden.

Warum muss ich dem Hund ein Stachelhalsband umbinden?

Frag das den Trainer! Er wird Dir antworten, weil die die Wölfe einander in den Hals beissen, wenn sie den anderen massregeln wollen. Woher er das weiss? Das ist die nächste gute Frage ...

Antworten wir mal anders: Es ist einfach, den Hund damit unter Kontrolle zu halten und Druck auszuüben für den schnellen Erfolg.

Zugegeben, manche Leute können ihre Hunde einfach nicht festhalten, das ist gefährlich für alle Beteiligten. Die Schule sollte dazu in der Lage sein, Dir den Umgang mit dem Halti beizubringen. (Nicht einfach Halti um, Leine dran und los!)

Wird der Hund dort geschlagen?

Wenn das der Fall ist, solltest Du sofort den Trainingsplatz verlassen und eine Anzeige in Erwägung ziehen.

Elektroschocks sind doch verboten, oder?

Als Elektroschocks wird das sogenannte Teletakt-Halsband bezeichnet. Das heisst, der Hund trägt ein Halsband mit einem Empfänger und der Trainer oder Hundeführer hat einen Sender in der Hand, mit dem er per Funk einen elektrischen Schlag auslösen kann. Das hört sich einfach und bequem an, und genau das ist die Gefahr. Es ist ein weiteres Hilfsmittel für den "schnellen" Erfolg. So wird es leicht zum Allheilmittel.

Weglaufen, Wildern, zu viel Bellen, Unrat aufnehmen, Aggressivität, alles ist schnell und leicht weggezaubert. Es wird beteuert, dass alle anderen Massnahmen, um das unerwünschte Verhalten zu beseitigen, ausgeschöpft wurden und das Gerät äusserst fachgerecht eingesetzt wird, ohne Schaden anrichten zu können.

Allerdings ist die Anwendung mittlerweile zum Glück verboten!

Der Tierschutzverband würde doch eingreifen, wenn dort etwas Tierquälerisches passierte?

Wenn er es wüsste vielleicht. Einzugreifen wäre von seiten des Ordnungsamtes, wenn die Hunde, die in der Schule allein zur Ausbildung abgegeben werden, nicht ordnungsgemäss untergebracht sind.

Ein Problem an der Sache ist auch, dass viele Hundebesitzer mit ihrer Empörung für sich bleiben, weil sie sich schämen, dass sie Methoden und Umgangsformen unterstützt haben, die an der Grenze zur Tierquälerei waren.

Ich möchte vorher einmal das Training anschauen, doch der Trainer sagt, das würde stören, ich würde ja bestimmt auch ungestört arbeiten wollen?

Alle Alarmglocken sollten bei Dir bimmeln. Normalerweise dürfen Interessenten sich vorher eine Trainingsstunde anschauen, was gibt es denn auch zu verbergen? Irgendwelche magischen Fähigkeiten des Trainers oder so revolutionäre Ausbildungsmethoden, dass die Konkurrenz auf keinen Fall spionieren darf? Oder etwas, was genau unter die Dinge fällt, die Du Deinem Hund nicht zumuten möchtest?

Du solltest allerdings Verständnis dafür haben, wenn Du Deinen Hund dazu nicht mitbringen darfst. Das kann sein, dass ein fremder Hund, der sich wahrscheinlich nicht gerade ruhig und gesittet verhält, warum sonst solltest Du eine Teilnahme an einem Hundeschulkurs in Erwägung ziehen, gerade eine Anfängergruppe zu sehr ins Chaos gleiten lässt.

Was hat der Trainer gelernt?

Unter ungünstigen Umständern nichts, was mit dem Thema zu tun hat. Wenn Du Dich zum Hundetrainer berufen fühlst, geh zum Ordnungsamt, melde ein Gewerbe an, leg Werbezettel aus und los gehts. Der Beruf des Hundeausbilders ist kein Lehrberuf.

Ich schaue immer auf den Internetseiten nach, welche Kurse und Seminare sie besuchen, zu wem sie verlinken und welche Literatur sie empfehlen. Das sagt meist schon etwas darüber aus, in welche Richtung sie tendierten.

Der Trainer nennt sich Kynopädagoge/Verhaltenstherapeut, dann hat er doch bestimmt etwas Besonderes gelernt?

So kann sich leider auch jeder nennen. Nur wenn er sich Tierpsychologe nennt, sollte er auch sein Studium nachweisen können.

Die Schule, die ich mir ausgesucht habe, gehört einem Verband an. Ist sie dann geprüft und ich sollte besser dort hin gehen?

Ja, geprüft vom Verband mit seinen eigenen Massstäben. Die Zugehörigkeit zu einem Verband sagt leider überhaupt nicht aus, dass in der Schule ohne Stachelhalsband und Teletakt, dafür aber mit den Erkenntnissen der modernen Verhaltensforschung arbeitet. Schau Dir den Verband gut an. Meist hat er eine Internetseite und Du kannst nach den oben genannten Kriterien für Trainer vorgehen.

Ich habe gar keine Zeit für sowas und kann den Hund nur abgeben zur Ausbildung, das ist doch genauso gut?

Das kommt einmal auf die Einarbeitung an, die Du nach dem Kurs zusammen mit dem Hund bekommst. Aber woher nimmst Du dann dafür die Zeit her? Das heisst nicht, beim Abholen eine Stunde Gespräch mit dem Trainer, sondern wenigstens ein paar Tage, um Dir auch zu vermitteln, was der Hund in langen Stunden gelernt hat. Wenn Du einfach nur den Hund abholst und darauf hoffst, dass er funktioniert wie ein neues Auto, kannst Du das Geld gleich zum Fenster hinauswerfen (oder mir überweisen? ;-)).
Zum anderen solltest Du Dir überlegen, was eventuell mit dem Hund geschieht, wenn keiner zuschaut.

Der Hund gehört meiner 10jährigen Tochter, kann sie mit dem Hund kommen?

An der Ausbildung von Hunden unter Führung eines Kindes scheiden sich die Geister. Ich denke, die oberste Aufsicht sollte ein Erwachsener haben. Wie kann ein Kind, welches selbst noch nicht genau weiss, sagen, was genau es vom Hund möchte?

Ich habe gar keine Zeit, kann meine Frau / mein Mann mit dem Hund kommen?

Am besten wäre es, wenn sich alle Familienmitglieder an der Ausbildung beteiligen. Für den Hund ist die Lernsituation natürlich leichter, wenn sich alle ähnlich ihm gegenüber verhalten und mit ihm arbeiten. Alle sollten die gleichen Signale benutzen und den Trainingsstand des Hundes kennen.

Ein Freund würde mit meinem Hund zum Hundplatz gehen, er bildet seit Jahren Schutzhunde aus, das wäre doch eine Alternative?

Vielleicht gehorcht der Hund dann bei Deinem Freund auf dem Platz. Das heisst noch lange nicht, dass er das auch bei Dir zuhause tut. Dort verbellt er weiter die Nachbarn, frisst Deine Schuhe, zieht Dich quer über die Strasse, büxt auf dem Spaziergang aus und rempelt die Oma um. Ist klar, dass diese Probleme wenig mit dem Training auf dem Platz zu tun haben?

Die wollen dort viel Geld haben, ist das gerechtfertigt?

Preiswert wird der Besuch einer Hundeschule wahrscheinlich nicht werden. Natürlich lohnt sich ein Kostenvergleich, aber das sollte nicht Dein Hauptkriterium sein. Der seriöse Trainer bringt sein ganzes Wissen und seine Erfahrung mit, oft genug unter Einsatz seiner körperlichen Unversehrtheit. Darüber hinaus macht er das nicht allein aus Hobby, sondern wird auch davon leben wollen.

Wie finde ich eine gute Hundeschule?

Schau Dir eine Trainingsstunde an, rede mit den Leute, stelle den Trainern Fragen. Bei Hundeschulen, die Hunde zum Training ohne Menschen aufnehmen, schau auch, was diese Hunde für einen Eindruck machen. Verlass Dich auf Dein Gefühl, geh in Dich und frage Dich, ob Du auf diese Art, die Du dort siehst, mit Deinem Hund umgehen möchtest.

Denke immer dran, Lernen ist nur im entspannten Feld möglich, nicht in einem Klima von Druck und Gewalt.

Aber sei auch fair. Hundtrainer können ein Lied davon singen, dass von ihrem Hund genervte Leute eine Wunderheilung ohne viel Aufwand und Zeit erwarten, natürlich noch möglichst preiswert.

Kannst Du eine Schule empfehlen?

Schau mal in meine Links. Dort habe ich einige ausgesuchte Schulen aufgenommen. Wenn sie nicht in Deiner Nähe sind, frag ruhig trotzdem nach, ob sie jemanden aus Deiner Nähe empfehlen können.

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